Behauptung, Vorurteil:

"Seit 2005 sind die Arbeitslosenzahlen stark gesunken …"

 

Gegendarstellung:

Zunächst einmal: Die hohen Arbeitslosenzahlen 2004 waren eine kurzfristige Ausnahmeerscheinung, die auch mit der Einführung der Agenda 2010 zusammenhing. Und der vermeintliche Erfolg danach beruht im Wesentlichen auf die Perfektionierung der Bilanzkosmetik. Es wurden viele Instrumente geschaffen, um die Besorgnis erregenden Zahlen zu senken (ABM-Maßnahmen, Ein-Euro-Jobs, Frühverrentung, Altersteilzeit, Ausrangierung der über 58-Jährigen usw.). Inzwischen hat sich die verdeckte Arbeitslosigkeit dermaßen ausgebreitet, dass die offiziellen Zahlen kaum noch einen Aussagewert besitzen.

Ein weiterer gravierender Faktor für den Beschäftigungsanstieg war die Billiggeldschwemme und Nullzinspolitik ab 2010. Unter solch abstrusen Bedingungen Beschäftigung zu generieren ist nun wirklich kein Kunststück.

Mit Corona wiederum sieht die Welt noch düsterer aus. Da wird, anders als in vielen anderen Ländern (mit denen man sich gerne vergleicht), das Millionenheer der Kurzarbeiter gar nicht erst miteingerechnet. Ich kann verstehen, dass man die Stimmung im Lande durch Horrorzahlen nicht trüben will. Wenn man sich aber völlig von der Realität entfernt, geben Zahlen kaum noch Sinn, sie sagen dann zu wenig aus über den wahren Zustand der Wirtschaft.

 

Die Entwicklung der offiziellen Arbeitslosenzahlen:
1962 =
142.000, 1980 = ca. 900.000, 2019 = ca. 2,3 Millionen.
September 2020 unter dem Einfluss von Corona = ca.
3 Millionen (+ 4 Millionen Kurzarbeiter + 1 Million weitgehend unbeschäftigte Soloselbständige).

 

 

 

 


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Nein

 

 


Impressum
© Manfred Julius Müller, Flensburg

Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).

 



 


Die gesamte Menschheit leidet unter den üblichen politischen Lebenslügen!
Vorurteile und Irrlehren sind in aller Munde. Um echte Reformen zu vermeiden, wird Wesentliches verschwiegen und schöngeredet. Selbst in Deutschland hat die Verdrängung unangenehmer Wahrheiten böse Folgen: Seit 1980 sinken hierzulande (auch wenn manche Gutgläubige das nicht wahrhaben möchten), die realen Nettolöhne und Renten. Und die Arbeitslosenzahlen haben sich seit 1962 verzwanzigfacht. Wenn es gelänge, die Architektur der Lebenslügen allgemein zu veranschaulichen, würde die Menschheit heute in einer weit besseren Welt leben.

"Die Diktatur der Lebenslügen"
135 Vorurteile und Irrlehren, die noch immer die Politik maßgeblich beeinflussen.
Manfred J. Müller, 160 Seiten, Format 17x22 cm, 12,- Euro.
(auch als Ebook erhältlich für 8,99 Euro)
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Sage später niemand, das habe er doch nicht ahnen können - er habe voll und ganz der Staatspropaganda und den Leitmedien vertraut.