Behauptung, Vorurteil:

"Die schlechte Umverteilung ist Schuld an den Reallohnsenkungen..."

 

Klarstellung:

Seit 1980 sinken die Reallöhne und Renten fast aller Deutschen, während eine kleine Minderheit von etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung immer reicher wird. Woran liegt das? Hat diese Fehlentwicklung so gar nichts mit der Globalisierung zu schaffen - liegt es nur an der schlechten Umverteilung, bräuchte man also nur die Reichensteuern erhöhen?

Es ist doch gerade die Globalisierung (der Abbau der Importzölle), die
den
globalen Lohndumpingwettbewerb verursacht (wer arbeitet am billigsten),
die Maximierung der Kapitalrenditen erlaubt
(kapitalistisches Ermächtigungsgesetz),
eine Erhöhung der "Reichensteuern" verhindert. Denn die Globalisierung entfacht einen weltweiten Steuerwettbewerb - die Vermögenden und Eliten gehen naturgemäß dorthin, wo es für sie am günstigsten ist. Eine Steueranhebung (mehr Umverteilung) ist somit oft gleichbedeutend mit einer Vertreibung der Leistungsträger (führt also langfristig zu Mindereinnahmen). Am Ende müssen für alle generösen Umverteilungen immer die Normalverdiener und Rentner aufkommen.

 

 

"Die ewige Forderung nach Reichen- oder Vermögenssteuern entpuppt sich als purer Populismus. Es ist schon kurios, dass ausgerechnet die Politiker, die mit ihrer Zollphobie das globale Lohn- und Steuerdumpingsystem verteidigen, mehr Umverteilung einfordern. Für wie blöd hält man die Wähler?"

Manfred Julius Müller  

 


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