"Deutschland ist das reichste Land, Deutschland tut zu wenig!"

Wenn auch in der Journalisten-Gesprächsrunde verdeutlicht wurde (inzwischen scheint auch unter den Journalisten sich ein wenig Realitätssinn durchzusetzen), dass die Hilfsmöglichkeiten begrenzt seien und Deutschland schwerlich alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen könne, so dominierten bei den im Anschluss gesendeten Hörerfragen die uneinsichtigen Gutmenschen, die sich über die finanziellen Möglichkeiten offenbar keinen Kopf machen.

Begründet wird ihr Forderungskatalog oft mit der erfolgten Bankenrettung vor einigen Jahren. Seitdem kontert man bei jeder Gelegenheit "für die Banken war schließlich auch Geld genug da".

Manche Leute wollen einfach nicht begreifen, dass der weitere Zusammenbruch von Großbanken eine fatale Kettenreaktion ausgelöst hätte. Davon abgesehen waren die westlichen Regierungen an der Entstehung der Bankenkrise nicht unbeteiligt. Die Liberalisierung, Globalisierung, Niedrigzinspolitik der Zentralbanken, vom Staat verordnete Schuldenschnitte, ständige Gesetzesänderungen usw. machen auch heute noch den Banken schwer zu schaffen.

Dafür nur ein Beispiel: Der deutsche Gesetzgeber änderte vor einigen Jahren mehrmals die Anforderungen für Rücktrittsklauseln bei Hypotheken. Dieses ewige Hin und Her überforderte selbst die Fachjuristen der Banken. Die meisten Hypotheken-Rücktrittsklauseln waren deshalb über Jahre nicht hundertprozentig korrekt und damit sind die kompletten Hypothekenverträge anfechtbar.
Durch diese staatlich legitimierte Wortklauberei können viele Bankkunden jetzt ihre alten Verträge kündigen und von der derzeitigen Niedrigzinsphase profitieren.
Das bringt manche Banken schon wieder in Bedrängnis. Denn vor einigen Jahren mussten sie bereits den staatlich erzwungenen Schuldenschnitt für Griechenland verkraften (Griechenland wurden damals 100 Milliarden Euro erlassen).

 

 

 © Manfred J. Müller, Flensburg
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