Translater:


Der provozierte Ukrainekrieg und die Unschuld des Medienprofis Selenskyj …

Wie konnte es überhaupt zum Ukrainekrieg kommen? Entstand er aus dem Nichts? Oder aus der Laune eines gelangweilten russischen Despoten?

Um nicht missverstanden zu werden: Der folgende Text soll die Handlungsweise Putins keineswegs rechtfertigen, sondern lediglich ein wenig mehr Neutralität in die Debatte tragen. Mit den üblichen einseitigen Schuldzuweisungen und unserer anerzogenen westlichen Betrachtungsweise werden wir die Menschheitsprobleme nicht lösen und aus der Geschichte niemals lernen. Denn auch der Ukrainekrieg 2022 war vorhersehbar.

 

Zunächst einmal: Hat die Ukraine ein Anrecht darauf, Mitglied der Nato und der Europäischen Union zu werden?
Fast alle Leute, die der pausenlosen westlichen Propagandamaschinerie ausgesetzt sind, halten die Selbstbestimmung und freie Bündniswahl für ein absolutes Grundrecht. Dabei verdrängen sie aber Sicherheitsgarantien, die 1992 der in Auflösung befindlichen UdSSR gegeben wurden und Voraussetzung für die Akzeptanz aller Seperationsbestrebungen waren. Ohne diese Garantien hätten wir heute ein Russland in den Ausmaßen von 1990, also der ehemaligen UdSSR. Lediglich die kommunistische Diktatur wäre abgeschafft worden.

 

War es falsch, der UdSSR diese Sicherheitsgarantien einzuräumen?
Ich denke nein, das war ein fairer Deal. Er entsprach zwar nicht den optimalen Vorstellungen einer westlich geprägten globalen Demokratie- und Freiheitsbewegung, aber war doch ein gewaltiger Schritt nach vorn. Es musste jedoch schon damals allen Akteuren klar gewesen sein, dass der territoriale Zerfall ein hohes Konfliktpotential barg.

 

War der Zerfall des sowjetischen Territoriums ein Glücksfall?
War nicht allen klar, dass die damaligen hastig vollzogenen Abspaltungen spätere Kriege heraufbeschwören könnten? Vor allem, wenn die USA und die Nato sich später an ihre Garantien nicht mehr erinnern bzw. sie durch nachfolgende Abkommen trickreich aushebeln? Was wäre, würden zum Beispiel die Bayern sich aus Deutschland ausklinken wollen, weil sie mit der Bundespolitik nicht mehr einverstanden wären?
Schon der Brexit wurde mit Argwohn betrachtet, man sprach von Betrug und einem Rückfall in die Kleinstaaterei. Man prophezeite, dass ein souveränes Großbritannien nicht existenzfähig sei und im globalen Konzert nicht mehr wahrgenommen werde. Aber für die ehemals abtrünnigen, teilweise mit reichlich Atomraketen bestückten Sowjetrepubliken wie zum Beispiel die Ukraine, Weißrussland, Georgien und Tschetschenien galten diese Vorbehalte seltsamer Weise nicht.

 

Entwickelte sich die Ukraine seit 1992 erfolgreicher als Russland?
Gab es dort, losgelöst von den Fesseln Moskaus, einen stärkeren Wohlstandsanstieg, weniger Korruption, ein besseres Sicherheitsgefühl? Dies muss man doch wohl verneinen. Die Ukraine hat wenig gemacht aus ihrem Reichtum an fruchtbaren Agrarflächen, bedeutenden Bodenschätzen und gut ausgebildeten Fachkräften. Wegen dieses Versagens (ukrainische Facharbeiter verdienen oft nur ein Zehntel im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen), sehen offenbar viele Ukrainer ihr Heil in einer baldigen EU-Mitgliedschaft.

 

2003 fühlten sich die USA durch Iraks "Massenvernichtungswaffen" (die es gar nicht gab) bedroht. Sie überfielen den Irak und stürzten dessen Regierung. Galten die USA allgemein als Aggressor? Wurden gegen die USA harte Sanktionen verhängt (Handelsboykott, Beschlagnahmung von US-Vermögen usw.)? Wurden dem Irak von Unbeteiligten (z. B. Deutschland) Panzer geliefert, um den Aggressor besiegen zu können? Im völkerrechtswidrigen Irakkrieg starben etwa 40.000 irakische Soldaten und 400.000 Zivilisten. Ist der Westen überhaupt noch in der Lage, neutral zu urteilen? Wären damals gegen die USA Maßnahmen ergriffen worden wie heute gegen Russland, hätte es die Ukrainekriege vermutlich gar nicht gegeben.

 


WÄRE DER KRIEG VERMEIDBAR GEWESEN?

 

Schon vor dem russischen Angriffskrieg hätte Selenskyj die Neutralität der Ukraine bekunden können!
Diese Option aber kam Selenskyj nie in den Sinn. Weil er darauf spekulierte, dass am Ende "die freie Welt" ihm beistehen würde. Was aber ist so schlimm daran, neutral zu sein wie die Schweiz oder Schweden? Waren diese Staaten in den letzten Jahrhunderten mit ihrer echten Unabhängigkeit schlecht beraten?
Ich jedenfalls wäre heilfroh, wäre Deutschland ein neutraler, souveräner Staat ohne Nato- und EU-Mitgliedschaft. Hätte die BRD 1952 das Neutralitätsangebot der UdSSR angenommen, wäre die Wiedervereinigung schon damals erfolgt. Deutschland wäre nicht in eine totale Ex- und Importabhängigkeit hineingerutscht, wäre nicht zum deutschfeindlichen Multikulti-Vielvölkerstaat mutiert, müsste sich heute nicht mit dem Euro und einer die Sparer enteignenden Nullzinspolitik herumplagen und hätte allein an Rüstungsausgaben mehrere Billionen Euro eingespart.

 

"Von der Ukraine ging doch keinerlei Gefahr für Russland aus!"
Solange sie nicht der Nato angehört, mag das sicher zutreffen. Aber sobald die Ukraine Bestandteil des Nordatlantischen Verteidigungspaktes ist, gelten andere Regeln. Dann könnte auch die Ukraine (wie einst Kuba) mit Atomraketen bestückt werden. Für die USA waren diese Raketen damals eine absolute Horrorvorstellung.

 

"Aber ein Nato-Beitritt der Ukraine stand doch gar nicht zur Debatte …
also hat Putin viel zu früh reagiert.". Ja, das Problem ist nur, dass ein solcher Nato-Beitritt auch in einer Nacht-und-Nebel-Aktion durchgezogen werden kann. Es lassen sich sehr schnell vollendete Tatsachen schaffen, die dann kaum noch korrigierbar sind. Der Truppenaufmarsch Russlands an der ukrainischen Grenze wurde leider nicht als letztes Warnsignal verstanden. Selenskyj wollte von einem Neutralitätsstatus nichts wissen und beharrte auf die Nato- und EU-Mitgliedschaft der Ukraine.

 

Wie viele Tote und Verwundete hätte es gegeben, hätte Selenskyj sich nicht auf einen Machtkampf mit Putin eingelassen?
Vermutlich 0, also gar keinen. Hätte Selenskyj seinen Soldaten befohlen, sich nicht zu erwehren, wären Putins Armeen in die Leere gelaufen und hätten lediglich einen wenig schmeichelhaften Pyrrhussieg davongetragen. Auf dieser Basis wäre Putins Handlungsspielraum gering gewesen. Es wäre wahrscheinlich in der Ukraine eine Regierung ans Ruder gekommen, deren Hauptziel nicht mehr die EU- und Nato-Mitgliedschaft gewesen wäre. Aber es hätte für die Ukrainer (und die ganze Welt) vermutlich weit weniger politische Konsequenzen gegeben, als nach einem für beide Seiten sehr verlustreichen, überflüssigen Krieg.

 

Der Demagoge Selenskyj hat sich leider nicht klug zurückgehalten, sondern sein Volk in einen sinnlosen Krieg hineinmanövriert.
Denn ein Krieg ist nun einmal sinnlos, wenn er ohne fremde Unterstützung nicht zu gewinnen ist. Dänemark hat es im 2. Weltkrieg vorgemacht. Angesichts der drückenden Überlegenheit der deutschen Wehrmacht haben die Dänen auf einen Waffengang verzichtet und auf einen passiven Widerstand gesetzt.
Der Medienprofi Selenskyj hat dagegen mit voller Inbrunst an den Nationalstolz seiner Ukrainer appelliert und den Einmarsch der Russen zum ultimativen Überlebenskampf hochstilisiert.

 

Wie viele Kriegsgewinnler gibt es, auch in Deutschland? Sind Lobbyisten, die am Krieg prächtig verdienen, wirklich objektive Ratgeber? Wer unbegrenzte Waffenlieferungen und Sanktionen fordert, hat nicht unbedingt ehrbare Absichten.

 

Wie erzeugt man eine hohe Kampfmoral?
Eine hohe Kampfbereitschaft ist fast immer die Folge einer aufgeheizten nationalen Grundstimmung. Und die wiederum wird erreicht über eine aufwiegelnde Staatspropaganda. Schon Hitlers sozialistische Arbeiterpartei nutzte die staatlichen Medien, um seine kriegsmüde Bevölkerung aufzustacheln. Doch trotz aller Dauerbeschallung und Tricks waren auch 1939 fast alle Deutschen über den Kriegsausbruch entsetzt. Nur ein kleiner Teil seiner insgesamt 15 Millionen eingesetzten Soldaten meldeten sich freiwillig für den mörderischen Kriegseinsatz.
Der ständige Appell an die nationalen Gefühle kann aber noch gesteigert werden: Nämlich mithilfe der Suggestion, "man kämpfe für die Freiheit der Welt". Das gibt einen zusätzlichen Schub bezüglich der Kampfbereitschaft. Letztlich spielt auch noch die Erwartungshaltung eine gewichtige Rolle. Die Hoffnung, mit der nationalen Wehrhaftigkeit eine EU-Mitgliedschaft erzwingen und damit seinen Lebensstandard deutlich steigern zu können, ist sicher ein bedeutender Motivationsfaktor.
Die recht dürftige Kampfbereitschaft in Russland hingegen lässt darauf schließen, dass der Nationalstolz dort weniger ausgeprägt ist und der russische Durchschnittsbürger sich vom Ukrainekrieg oder der teilweisen Annexion der Ukraine keine nachhaltigen Vorteile verspricht.

 

Wie hoch wäre die Kampfmoral, wäre die Ukraine ein Multikultistaat wie Deutschland?
In dem in jeder größeren Stadt Menschen aus etwa 100 Nationen leben, auf den Straßen ein lautes Sprachengewirr herrscht und 40 % der bundesweiten Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund aufweisen? Wer wird für ein solch komisches Gebilde, welches zudem noch einem bevormundenden EU-Dirigismus unterstellt ist, sein Leben riskieren? Wozu auch?

 

Wie viel Demokratie wird den Deutschen zugestanden?
Was bringt es, alle vier Jahre den Bundestag wählen zu können, wenn die wirklich entscheidenden Dinge (konzern- und aktienfreundliche Politik, Nullzinsdoktrin, Transferunion, Verzicht auf eigene Landeswährung, Aushebelung der Marktwirtschaft usw.) doch über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden werden?
In Autokratien wie China gibt es zwar keine Meinungsfreiheit wie in Deutschland, aber die Entscheidungen dort entsprechen fast immer dem Volkswohl. So hat sich der Lebensstandard in China seit 1980 etwa verzehnfacht - während er in Deutschland trotz aller genialer Produktionsfortschritte im gleichen Zeitraum gesunken ist.
Die deutsche Demokratie wird hauptsächlich vom Establishment bestimmt. Die wirklich relevanten Dinge wurden seit Bestehen der BRD zumeist nach Gutsherrenart verordnet. Eine Zustimmung seitens der Bevölkerung erfolgte, wenn überhaupt, über eine staatliche Dauerpropaganda. Vor Parteien, die nicht dem Establishment zuzuordnen sind, wird über das Staatsfernsehen pausenlos gewarnt, sie werden als links- oder rechtsradikal, rassistisch, rückwärtsgewandt oder demokratiefeindlich dargestellt. Ist das die Demokratie, die sich die Ukrainer erträumen?

 

Wie viele Wahrheiten gibt es?
Die Beurteilung von Zuständen und Sachverhalten ist meistens ein Ergebnis von persönlichen Erfahrungen und medial gelenkten Strömungen. Niemand hat die Wahrheit für sich gepachtet - obgleich Demagogen oder Faschisten gerne so tun, als wären Andersdenkende grundsätzlich dumm oder unbelehrbar. Wenn aber nur noch die Dogmen des Establishments als intelligente Meinung Akzeptanz finden, kann es kaum politische Fortschritte geben. Hitler hat einst seine Macht über die Gestapo und sein Terrorregime abgesichert. Das Establishment zementiert hingegen seine seit 1949 ungebrochene Herrschaft über die Instrumente systematischer Beeinflussung und Umerziehung.

 

Wie viele Ukrainer wollen wirklich kämpfen?
Wollen wirklich alle ukrainischen Männer ihr Vaterland verteidigen? In unseren Medien wird das gerne so dargestellt. Aber wie viele Ukrainer wären noch in ihrem Heimatland, würde es das strikte Ausreiseverbot für wehrfähige Männer nicht geben? Niemand sollte sich etwas vormachen: Eine hohe Kampfbereitschaft ist zumeist die Folge eines nationalistisch aufgeheizten Patriotismus. Ich möchte nicht wissen, wie viele deutsche Zivilisten (ganz gleich ob Biodeutsche oder Menschen mit Migrationshintergrund) bereit wären, für ihr Vaterland zu kämpfen und zu sterben. Hierzulande führt ja bereits die Verwendung des Wortes "Vaterland" zu Abscheu, Irritationen und Kopfschütteln.

 

Selenskyj: "Der Krieg muss sich für die Ukraine auszahlen und mit der baldigen EU-Mitgliedschaft belohnt werden!"

 

Haben die UdSSR bzw. Russland in den letzten 100 Jahren mehr Kriege angezettelt als die USA?
Aus der westlichen Perspektive heraus waren natürlich die Kriegseinsätze der USA alle irgendwie moralisch gerechtfertigt und zur Rettung der freien Welt absolut notwendig. Gab es in unseren "unbestechlichen" Medien bei den vielen Kriegen der USA jemals eine einhellige Verurteilung? Und welche Atomkriege gab es nur deshalb nicht, weil die UdSSR besonnen reagierte (Beispiel Kubakrise).

 

Eine Groß- oder Supermacht ist grundsätzlich kriegsbereiter (kriegsgefährdeter) als ein kleinerer Staat.
Kleinere Staaten haben gut reden, wenn es um deren Friedenspolitik geht. Dabei haben sie doch eigentlich gar keine Möglichkeit, als Aggressor aufzutreten. Denn sich mit einem größeren Staat anzulegen wäre glatter Selbstmord. Sie haben also naturbedingt eine weiße Weste und können mit Abscheu auf die bösen Völker zeigen, die den Weltfrieden gefährden. Hätte Hitler sich als Napoleon fühlen können, wenn er in seinem Heimatland geblieben und Kanzler von Österreich geworden wäre?

 

Warum kommt es immer wieder zu den fürchterlichen Kriegsverbrechen?
Es gibt wohl keinen Krieg ohne Kriegsverbrechen! Aber warum? Ich denke, dass manche Soldaten von den schrecklichen Ereignissen mental überfordert sind und durchdrehen. Wenn Kameraden durch einen Hinterhalt massenweise zerfetzt werden, die Gebeine von Freunden einem um die Ohren fliegen, entstehen fast zwangsläufig extreme Rachegefühle. Vor allem, wenn aufgrund von Heckenschützen und Partisanen sich ein abgrundtiefer Hass gegen die Zivilbevölkerung aufgebaut hat. Zudem gibt es leider in jeder Gesellschaft auch asoziale Perverslinge, die die Gelegenheit nutzen, sich sadistisch austoben zu können.

 

Hat Herr Selenskyj sich vielleicht verspekuliert?
Hat er vielleicht gemeint, der Westen bzw. die Nato würde der Ukraine mit Hurra beispringen? Hat er gedacht, die Krim zurückerobern zu können, wenn die Nato seinen Luftraum absichert und alle schweren Waffen liefert, die es nun einmal braucht, um Russland zu bezwingen? Oder hat er gemeint, im Kriegsfall würde der Ukraine binnen weniger Monate die EU- und/oder Nato-Mitgliedschaft angeboten werden, gewissermaßen als Belohnung und strategische Absicherung? Es wäre müßig und anmaßend, Selenskjs Handlungsweise ergründen zu wollen.

 

Welche Rolle spielen die USA im Ukrainekrieg?
Vielleicht hat Selenskyj auch nur die falschen Berater gehabt oder es sind ihm von unbekannter Seite (z. B. den USA) geheime Versprechungen gemacht worden. Denn wegen des Aufmarsches russischer Truppen wusste man lange vorher, wie brisant die Lage war. Dass die Hauptstadt Kiew nicht rasch eingenommen werden konnte lag doch auch nur an den zuvor von den USA gelieferten, supermodernen Abwehrwaffen. Warum haben die USA der Ukraine nicht bereits vor Kriegsbeginn geraten, öffentlich auf eine Nato- und EU-Mitgliedschaft zu verzichten. Dann wäre es zu einer Eskalation vermutlich gar nicht erst gekommen.
Das finanzielle Ukraine-Engagement der USA jedenfalls macht schon stutzig: Die USA will die Ukraine mit 38 Milliarden Euro unterstützen (Stand 10 Mai 2022). Mit dieser ungeheuren Summe lassen sich jede Menge modernster Waffen kaufen bzw. lässt sich der Krieg (das Töten und Morden) ewig in die Länge ziehen. Möchte die USA etwa eine Entscheidungsschlacht mit ihrem Erzrivalen Russland? Soll der Krieg solange dauern, bis Russland finanziell die Luft ausgeht?

 

 

Wie kommt es, dass die meisten Regierungen (die immerhin 80 % der Weltbevölkerung vertreten) sich am Ukrainekrieg nicht beteiligen? Weder über Waffenlieferungen noch über Sanktionen? Ist die Sachlage/Schuldfrage doch nicht so eindeutig, wie im Westen dargestellt? Oder handelt es sich bei diesen "Verweigerern" ausnahmslos um ruchlose Schurkenstaaten?

 

 

 


LOHNT ES SICH, WEGEN EINES BÜNDNISWECHSELS UND EINER ANGESTREBTEN EU-MITGLIEDSCHAFT EINEN WELTKRIEG ZU RISKIEREN?

 

Natürlich war Putin der Aggressor!
Davon will ich keineswegs ablenken. Aber alles nur aus unserem westlich antrainierten Blickwinkel zu betrachten wäre einseitig, arrogant und oberflächlich. Wie kann man die Welt zum besseren verändern und künftige Kriege vermeiden, wenn man sich nicht auch mal in die Position des Gegners hineinversetzt?
Putin ist in der aktuellen Situation zwar unbestreitbar der Aggressor (wie viele amerikanische Präsidenten waren das auch?), aber Selenskyj ist in meiner Wahrnehmung eher ein Provokateur als ein Held. Ein Provokateur, der ständig Öl ins Feuer gießt und meint, durch seine Haltung die Nato bzw. den Westen erpressen bzw. instrumentalisieren zu können.

 

Liste der US-Kriegseinsätze seit 1950 (Auswahl)
1950-1953 Koreakrieg
1958 Libanon
1961 Kuba (Schweinebucht)
1962 Kubakrise
1964-1970 Laos
1964-1975 Vietnam
1965 Dominikanische Republik
1965 Kambodscha
1967 Bolivien
1977 El Salvador
1979 Afghanistan
1982 Nicaragua
1986 Libyen
1991 Kuwait
1992 Jugoslawien
1992 Somalia
1994 Haiti
2001-2021 Afghanistan
2003-2011 Irak
2015 Jemen
Brachten diese US-Kriegseinsätze tatsächlich Friede, Freude, Eierkuchen - waren sie immer moralisch gerechtfertigt (alternativlos)? Dienten sie stets dem Frieden, der Demokratie, dem Selbstbestimmungsrecht der Völker? Haben die westlichen Leitmedien (z. B. unser Staatsfernsehen) diese Militäreinsätze nach den gleichen Kriterien bewertet wie heute den Ukrainekrieg? Oder wurden und werden da gewaltige Unterschiede gemacht? Auffällig ist, dass alle diese Kriege nicht auf US-amerikanischen Boden stattfanden, dass also die Zivilbevölkerung der USA die Schrecken eines Krieges selbst nie richtig erlitten hat. Hätten die Amis die gleichen Erfahrungen gemacht wie die Deutschen, Russen, Ukrainer, Franzosen, Polen usw., würde die breite Bevölkerung der USA vielleicht ganz anders über Kriege denken und urteilen.

 

Die Ukraine - aus dem einen Bündnis raus, in das andere Bündnis rein …
Ist der angestrebte Bündniswechsel der Ukraine eine Selbstverständlichkeit? Der Westen möchte dies gerne so darstellen. Aber wie war es dann 1962? Die Kubakrise … Hatten da nicht die USA mit einem Krieg gedroht, sollte die UdSSR tatsächlich auf Kuba eine Atomraketenbasis errichten? Dabei war Kuba ein freies Land, das nicht zuvor Bestandteil der Vereinigten Staaten von Amerika war oder zur Nato gehörte. Im Falle Kubas ging es also nicht, wie bei der Ukraine, um einen Wechsel zum gegnerischen Militärblock. Die Kubaraketen waren vielmehr eine Gegenreaktion auf zuvor in der Türkei stationierte, gegen die UdSSR gerichtete, US-Atomraketen. Alles schon vergessen?

 

Was wäre, würde Texas, Florida oder Kalifornien aus den USA ausscheren und sich einem chinesischen oder russischen Bündnis anschließen?
Würde da die US-Regierung gelangweilt und tatenlos zuschauen? Ich glaube das einfach nicht! Die Vorstellung von der nationalen Selbstbestimmung funktioniert doch nur, solange sie unseren eigenen (westlichen) Vorstellungen entspricht.

 

Der Lockruf des Geldes …
Im Grunde geht es bei dem Ruf nach Freiheit meist nur um Wohlstandsbegierden. Man liebäugelt mit dem System, das einem das komfortabelste Leben verspricht. Würde zum Beispiel eine Supermacht wie China den Texanern glaubwürdig ein doppeltes Einkommen versprechen und die USA im Sumpf eines korrupten Kasinokapitalismus (Nullzinsdogma, konzernfreundliche Spekulantenpolitik usw.) versinken, würden so manche Texaner plötzlich ihre Liebe zu China entdecken. Würden die USA aufgrund ihres Zoll-Freihandelswahns (= Einbindung in das globale Lohndumping) und ihrer ideologisch verteidigten Einwanderungstatuten immer weiter abwirtschaften, Mexiko aber mit einer konträren Politik zum reichen Wirtschaftswunderland aufsteigen, wäre auch Mexiko eine Option für die Texaner.
Nichts ist beständig! Wer glaubt, die "reichen" Staaten hätten ihren Wohlstandsvorsprung und ihre medial gesteuerten Scheindemokratien auf lange Zeiten gesichert, denkt zu kurz.

 

Lösen Bündniswechsel oder das Wohlstands-Nomadentum die Probleme dieser Welt?
Die meisten Menschen zieht es verständlicherweise immer dorthin, wo es gerade am schönsten ist, also in die (mithilfe der Billiggeldschwemme) noch leidlich funktionierenden Sozialparadiese. Aber sind diese Völkerwanderungen wirklich so nützlich und friedensstiftend, wie von vermeintlichen Gutmenschen und dem Establishment immer wieder vorgegaukelt? Nutzt es der Menschheit, wenn man die Opfer korrupter Diktaturen mit offenen Armen aufnimmt und den Despoten damit in die Hände arbeitet? Indem man deren Opposition aufsaugt und so den Reformdruck aus dem Kessel nimmt? Nein! Mit einer solchen Handlungsweise sichert man lediglich das Überleben der Terrorregime. Das ist alles andere als human und friedensstiftend.

 

Entspringt die Sehnsucht zur EU nicht doch verträumten Wohlstandsgelüsten und der Aussicht auf nie endende, milliardenschwere Subventions-Transferleistungen?
Und wieso meint man eigentlich, die Anbindung an die EU und Nato böte der Ukraine mehr Frieden und Sicherheit? Wäre die Ukraine neutral oder dem militärischen Einflussbereich Russlands unterstehen, wären weder von Russland noch von der EU militärische Bedrohungen zu erwarten. Würde dagegen die Ukraine zu einem Stützpunkt der Nato, ist es doch nur logisch, dass sich Russland dadurch bedroht fühlt.

 

Selenskyj wollte die ganze Welt in den Krieg hineinziehen.
Und das hat er teilweise auch geschafft. Mit völlig überzogenen Forderungen und Vorwürfen an die freie Welt ist es ihm gelungen, den Nato-Staaten umfangreiche Waffenlieferungen und Geldmittel abzuringen. Das war ihm aber nicht genug. Er verlangte auch noch den Schutz des ukrainischen Luftraums durch die Nato, obwohl dies einen offenen Kriegseintritt dieses Militärblocks bedeutet hätte. Selenskyj nahm also eine Eskalation zum globalen Atomkrieg in Kauf, um den amtierenden russischen Präsidenten in seine Schranken zu verweisen. Selenskyj beteuerte zwar, so weit würde Putin es in diesem Pokerspiel nicht kommen lassen, Putin würde schließlich einknicken. Aber wenn er doch selbst Putin als geisteskranken Irren darstellt, wie kann er da so sicher sein, wie kann er da einen 3. Weltkrieg ausschließen?

 

Selenskyj: "Der Krieg in der Ukraine ist nur militärisch zu beenden!"

 


WIE VIEL WENIGER LEID HÄTTE ES GEGEBEN, HÄTTE ES WÄHREND DES KRIEGES KEINE WESTLICHEN WAFFENLIEFERUNGEN GEGEBEN?

 

Wie viele Menschen wären nicht ungekommen, wie viele Fabriken, Wohnblocks und Städte wären nicht zerstört worden?'
Wie viel weniger Leid hätte es gegeben, wären Waffenlieferungen von Nato-Staaten ausgeblieben und so eine unnötige Verlängerung des Krieges vermieden worden? Wer aus der Geschichte lernen will und sich mit historischen Ereignissen auseinandersetzt, sollte auch derlei Überlegungen anstellen. Blinder Übereifer ist manchmal kontraproduktiv, auch wenn man das Recht auf seiner Seite wähnt. Mit moralischen Idealvorstellungen lassen sich aufgestaute Konflikte selten lösen.

 

Wie entscheidend sind ausländische Waffenlieferungen?
Wenn aufgrund staatlicher Propaganda auf beiden Seiten nahezu unbegrenzt Zivilisten zwangsrekrutiert werden können, entscheidet letztlich das zur Verfügung stehende Waffenarsenal über den Ausgang eines Krieges. Das war vermutlich auch das Kalkül Selenskyjs. Mithilfe modernster ausländischer Waffentechnik kann er den Krieg gegen den russischen Aggressor ewig hinausziehen, eine Pattsituation herbeiführen oder sogar gewinnen. Denn ein sich verteidigender Staat ist militärisch gesehen in einer besseren Ausgangssituation. Dessen Soldaten können sich in ihren Stellungen verschanzen, Hinterhalte aufbauen und sogar eine Art Partisanenkrieg führen.
Schon der Zweite Weltkrieg wurde letztlich durch das Ungleichgewicht der zur Verfügung stehenden Mittel entschieden (Waffen, Treibstoffe, Nahrungsvorräte usw.). Dadurch, dass die USA Großbritannien uneingeschränkt mit Waffen versorgten, hatte Hitler seinen Krieg quasi schon verloren und befahl aus lauter Verzweiflung sogar den
Einmarsch in die UdSSR, um an dringend benötigte Rohstoffe zu kommen.

 

Unbegrenzte Waffenlieferungen können einen Weltkrieg auslösen!
Auch wenn sich die Nato nicht direkt am Krieg beteiligt - Waffenlieferungen in Kriegsgebiete sind hochriskant. Vor allem wenn sie es, wie fast alle behaupten, mit einem gefühlskalten, unberechenbaren Aggressor zu tun haben. Deutschland war eigentlich ganz gut mit seiner bisherigen Grundsatzentscheidung gefahren, in aktuelle Krisengebiete niemals Waffen zu liefern. Nun hat man diesen Pfad der Tugend verlassen. Ob dieser Paradigmawechsel klug war, wird sich zeigen (mutig war er jedenfalls). Der Ukrainekrieg wird nunmehr zum reinen Pokerspiel. Hoffentlich geht das gut.

 

"Die Nato will nicht Kriegspartei werden!"
Welchen Wahrheitsgehalt haben derlei Parolen? Mit der massiven Lieferung von schweren Waffen wurde die Nato bzw. deren Mitgliedsstaaten längst zur Kriegspartei. Dies zu leugnen grenzt an Volksverdummung. Auch die Unterstützung der Ukraine durch die militärische Aufklärung (Satellitenfotos) und Beratung verstößt gegen die Prinzipien einer Nichteinmischung. Der Westen steckt in einem Dilemma. Er will um jeden Preis eine Niederlage der Ukraine verhindern, aber nicht als Kriegsteilnehmer gelten. Dieser Spagat lässt sich auf ehrliche Weise kaum bewältigen.

 

Je länger man den Krieg hinauszögert, desto mehr Leid wird es geben!
Auf beiden Seiten. Jeder zusätzliche Kriegstag bedeutet: Noch mehr Tote, Verwundete, Krüppel, Flüchtlinge, zerstörte Wohnungen, Fabriken, Schulen, Krankenhäuser usw. Erst am Ende des Krieges kann man eine Bilanz ziehen und sehen, ob sich die Waffenlieferungen tatsächlich gelohnt haben. Das Fazit nach dem 2. Weltkrieg lautet: Um den Diktator Hitler loszuwerden, wurden 55 Millionen Menschen geopfert. Ein neuerlicher Weltkrieg würde vielleicht noch ganz andere Dimensionen annehmen.

 

Wurde die deutsche und europäische Bevölkerung aufgeklärt über die fatalen Folgen, die das Ukraine-Engagement unweigerlich mit sich bringt? Ich denke, es wird da ein ganz böses Erwachen geben.

 

 


KÄMPFEN DIE UKRAINER FÜR DIE FREIHEIT DER WELT?

 

"Wir Ukrainer kämpfen für die Freiheit der Welt!"
So lautet die unaufhörlich wiederholte Botschaft des ukrainischen Präsidenten. Doch wie anmaßend ist eine solche Darstellung? Vor allem, wenn sie verquickt ist mit unerfüllbaren Forderungen, die fast schon wie eine Erpressung oder Nötigung herüberkommen. Die Nato kann den ukrainischen Luftraum nicht absichern, ohne einen 3. Weltkrieg zu riskieren. Was bedeutet die Freiheit der Welt, wenn die Menschheit durch den Einsatz von Atombomben ausgelöscht wird, also gar nicht mehr existiert?

 

"Wir haben uns für die Demokratie und die Freiheit entschieden!"
Solch pathetischen Sätze des ukrainischen Präsidenten Selenskyj lassen tief blicken. Denn nach Demokratie und Freiheit streben schließlich alle Völker - auch die Russen. Fragt sich nur, wie sich diese Wunschvorstellungen umsetzen lassen und was letztlich dabei herauskommt. Auch weite Bevölkerungsteile nordafrikanischer Staaten und Syrien kämpften für hehre Ziele. Aber was war das Ende vom Lied? Unter dem Deckmantel von Demokratie und Freiheit versuchten andere Diktatoren, sich selbst an die Macht zu putschen.

 

"Wir kämpfen für Euch!"
Selbst einseitig denkende Selenskyj-Versteher werden einräumen müssen, dass solche Sprüche mehr als anmaßend sind. Die Ukrainer müssen sich nicht aufopfern, um die freie Welt zu retten! Zumal wenn diese vermeintliche Rettung in einen dritten Weltkrieg münden kann. Was wäre so furchtbar daran gewesen, sich militärisch neutral zu erklären, eine EU-Mitgliedschaft gar nicht erst anzustreben (zumal die unsolidarische EU-Transferunion sowieso alles andere als ein Vorbild oder Zukunftsmodell ist) und die russischfeindliche Propaganda in der Ukraine einzudämmen? Das wäre ein echter Beitrag für den Weltfrieden gewesen.

 

Die Ukraine ist bereit, für Europa zu sterben!"
Wie ist das gemeint? Nimmt Selenskyj da nicht wieder einmal den Mund zu voll? Hat er überhaupt das Mandat, für 40 Millionen seiner Landsleute zu sprechen? Und verbirgt sich nicht auch bei Selenskyjs Nachsatz, "man wolle jetzt sehen, ob Europa bereit ist, für die Ukraine zu sterben" eine anmaßende, kriegstreibende Forderung? Sollen 500 Millionen Europäer ihr Leben riskieren, damit die Ukraine Mitglied der Nato und EU werden kann? Wo man sowie nicht weiß, wie die Weltlage in 30 Jahren ausschaut, ob es dann überhaupt noch die Europäische Union gibt. Schließlich hat mit der Wiedervereinigung Deutschlands auch vorher kaum jemand gerechnet.

 

Die Versäumnisse Deutschlands …
In deutschen Fernsehdebatten reden sich manche Ukraine-Lobbyisten regelrecht in Rage und können sich kaum noch einkriegen, was die Forderungen an Deutschland betrifft. Was Deutschland nicht alles soll und muss, ist kaum noch auszuhalten. Wobei dann auch noch Deutschland die schwersten Versäumnisse vorgehalten werden. Es heißt, die Deutschen seien in der Vergangenheit zu nachsichtig mit Putin umgegangen, wären auf ihn hereingefallen. Dabei kann man das alles auch anders sehen. Der Medienprofi Selenskyj scheint mir ein kaum berechenbarer Provokateur, der den Westen in einen überflüssigen und hochgefährlichen "Freiheitskampf" hineinziehen will. Ich erkenne darin ein großes Maß an Nötigung und Erpressung.

 

 


IST DIE EUROPÄISCHE UNION ERSTREBENSWERT FÜR VÖLKER, DIE DIE SOUVERÄNITÄT UND EIGENSTÄNDIGKEIT AUF IHRE FAHNEN GESCHRIEBEN HABEN?

 

Wieviel Souveränität erlaubt die EU überhaupt?
Lächerlich wenig. Denn Brüssel bzw. die anderen EU-Staaten bestimmen letztlich, wohin die Reise geht. Dabei werden die großen Geberstaaten wie Deutschland durch die Mehrheit der Nehmerstaaten oftmals untergebuttert, wobei auch das undemokratische System der EU eine unrühmliche Rolle spielt (das kleine Malta verfügt zum Beispiel in manchen Gremien über die gleiche Stimmengewichtung wie das bevölkerungsreiche Deutschland).
Es ist schon komisch, wenn nationalbewusste Ukrainer meinen, durch einen EU-Beitritt mehr Souveränität und "Selbstbestimmung" zu erlangen.

 

Welche Selbstbestimmungsrechte genießen denn die Bundesbürger?
Über welche der wirklich relevanten Schicksalsfragen durften sie entscheiden? Etwa über den Beitritt zur EU, die Abschaffung funktionierender Landesgrenzen, die Einführung der Nullzins-Enteignungspolitik, die Umwandlung vom National- zum Vielvölkerstaat? Im Gegensatz zur Ukraine verfügt Deutschland nicht einmal über eine eigene Währung (die unabdingbar ist für eine funktionierende Marktwirtschaft). Gab es für all diese vom Establishment verordneten Kehrtwendungen jemals eine demokratische Legitimation? Gab es über diese schicksalsrelevanten Zukunftsfragen bundesweite Volksabstimmungen? Oder waren sie entscheidende Wahlkampfthemen? Nein! Wo man auch hinschaut, lässt unsere Vorstellung von repräsentativer Demokratie eine solche Einbeziehung der Bürger nicht zu. Unser Gesellschaftsmodell funktioniert auf einer Überrumpelungstaktik: Die amtierende Regierung ordnet an - und danach (oder auch zuvor) erfolgt eine groß angelegte Umerziehungskampagne, hauptsächlich über das zwangsgebührenpflichtige Staatsfernsehen. Letztendlich läuft das auf eine weitgehende Entmündigung der Bevölkerung hinaus.

 

Ist der ukrainische Freiheitskampf so gesehen nicht etwas irreal?
Die Ukrainer suchten ihre Freiheit und haben sich aus Russland ausgeklinkt. Und nun streben sie mit Nachdruck eine Brüsseler Oberherrschaft an. Ging es ihnen also nur um einen Bündniswechsel? Ist es angemessen, für diese angestrebte Kehrtwende einen 3. Weltkrieg zu riskieren? Zur Erinnerung: 1962 hatte Kennedy wegen der geplanten Raketenstationierung auf Kuba mit einem solchen Krieg bereits gedroht. Erfolgten die US-Angriffskriege gegen den Irak und Vietnam aus Sicherheitsinteressen oder "zur Verteidigung der freien Welt"? Was den Westen bzw. die USA betrifft, gelten offenbar besondere Regeln und Wertevorstellungen.

 

Selenskyjs Strategie war von Vornherein darauf angelegt, die Nato und die EU in den Konflikt einzubinden - auch wenn es dadurch zu einem Dritten Weltkrieg kommen sollte.

 

 


WELCHE AUSWIRKUNGEN HAT EIN SICH ESKALIERENDER UKRAINE-KRIEG?

 

Der Ukrainekrieg macht Schurkenstaaten reich!
Er stärkt arabische Ölförderländer, die dann noch mehr Geld haben, Religionskriege zu führen oder den islamischen Staat oder den islamischen Terror zu finanzieren. Auch diesen Aspekt sollten Selenskyj-Versteher nicht einfach unter den Tisch kehren. Auch die Gutmensch-Bewegung, die Selenskyjs "heroische" Kampfbereitschaft als alternativlos betrachtet und die meint, die Ukraine mit noch mehr Geld und schweren Waffen unterstützen zu müssen, sollte darüber nachdenken.

 

Welche Folgen wird die große Flüchtlingswelle und die Entvölkerung der Ukraine haben?
Dass es dazu kommt, war vorherzusehen, auch für die ukrainische Regierung. Es fragt sich, ob damit nicht sogar ein strategisches Konzept verfolgt wurde. Denn wenn die EU fünf bis zehn Millionen Flüchtlinge innerhalb weniger Wochen integrieren muss, sind selbst die reichen Sozialstaaten schnell überfordert. Also müssten "aufnahmewilligen" Staaten schnellstens handeln, wären erpressbar, würden unter dem enormen Druck vielleicht sogar einer sofortigen Nato- oder EU-Mitgliedschaft der Ukraine zustimmen.
Und was wird aus der Ukraine, wenn sie teilweise entvölkert ist und manche ihrer Städte in Trümmern liegen? Was, wenn dann Millionen Russen in dieses Land einwandern und schon nach ein oder zwei Jahrzehnten die Bevölkerungsmehrheit stellen?

 

Schleuserbanden nutzen die neuerliche Flüchtlingswelle …
Im Zuge der ukrainischen Flüchtlinge gelangen auch islamische Terroristen mit gefälschten Ausweisen nach Deutschland. Weil man wieder einmal auf ordentliche Grenzkontrollen und eine vorschriftsmäßige Registrierung verzichtet. Wieder einmal wird das Dublin-Abkommen ignoriert und wieder einmal zeigt sich, was der Wegfall von gesicherten Grenzen innerhalb der EU letztlich bedeutet.

 

Für den Energieumbau fehlt nun das Geld!
Muss Deutschland, Frankreich, Polen usw. hunderte von Milliarden an zusätzlichen Rüstungsausgaben, den Ukraine-Wiederaufbau und ausufernden Flüchtlingshilfen aufbringen, fehlt das Geld natürlich an anderer Stelle. Und wenn die so schrecklich verzahnte globale Wirtschaft wegen unterbrochener Lieferketten und explodierender Rohstoffpreise ins Stocken gerät, fehlen zusätzlich noch hunderte oder gar tausende Milliarden an Steuereinnahmen. Von den daraus resultierenden, extra anfallenden Sozialleistungen einmal ganz abgesehen.
Deutschland ist (wie viele andere westliche Länder) so aufgebaut, dass die Bevölkerung nicht so einfach seinen Lebensstandard innerhalb von Monaten um 20, 30 oder 40 % herunterschrauben kann. Es können jetzt ja nicht alle plötzlich auf ihr Auto verzichten oder in eine kleinere Wohnung umziehen. Also müssen neue Schulden aufgenommen und zunächst am Energiewandel geknappst werden. Man wird so lange wie möglich versuchen, den Leitzins trotz anziehender Inflation im Nullbereich zu belassen (was wiederum verheerende wirtschaftliche Auswirkungen haben wird). Also die Unterstützung der Ukraine kann schon jetzt, obwohl die deutsche Regierung und auch der Westen sich einigermaßen besonnen verhalten haben (den Hauptforderungen Selenskyjs nicht nachgekommen sind), unkalkulierbar teuer werden.

 

Welche Auswirkungen hat der Ukrainekrieg auf die Wirtschaft Deutschlands?
Lässt sich das überhaupt noch abschätzen? Wenn die Weltwirtschaft, in dessen Abhängigkeit wir uns schon vor Jahrzehnten mit Bravour begeben haben, ins Stocken gerät, wenn wichtige Rohstoff- und Zulieferfirmen als Partner ausfallen, wenn hunderte Milliarden an zusätzlichen Aufwendungen für die Rüstung, Hilfslieferungen und die Flüchtlingsaufnahme anfallen, wenn die Inflation zu Galoppieren beginnt, wie kann dann noch eine geordnete Zukunftsplanung erfolgen? Man muss hoffen und bangen, dass der wirtschaftliche Abschwung sachte verläuft, Konzerne ihre riskant langen ausländischen Lieferketten verkürzen, viele Politiker die konzernfreundliche Politik einer gewissenhaften Überprüfung unterziehen und endlich doch einmal die globale Zollphobie als weltwirtschaftliches Grundübel anerkannt wird.

 

Alice im Wunderland" ist ein Märchen!
Politik und Medien sind sich mal wieder weitgehend einig: Deutschland werde einige Millionen ukrainische Flüchtlinge aufnehmen müssen. Und sie loben ihr Volk wegen der neuerlichen Willkommenskultur. "Alle Bürger stehen voll dahinter!" behaupten sie. Zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen holen gar mit eigenen Bussen Behinderte und pflegebedürftige Greise aus ukrainischen Heimen und Krankenhäusern (wird in den Medien oft als nachahmenswertes Beispiel gepriesen).
Und sogleich wird die aufgeheizte günstige Grundstimmung von den Speerspitzen des naiven Gutmenschentums genutzt für Forderungen, die ukrainischen Sonderregelungen auf alle Flüchtende weltweit auszudehnen. Denn auch wer aus dem Kongo oder aus Afghanistan komme, habe schließlich viel Leid erfahren. Deutschland müsse diese Leute unbürokratisch aufnehmen und integrieren. Für die nächsten 30 Jahre kalkuliert man schon einmal 200 Millionen Flüchtende ein, die sich natürlich weltweit verteilen sollen. Aber welches Land bietet die höchsten Sozialleistungen (auch aufgrund knebelnder EU-Diktate)? Welches Land erscheint Flüchtenden wie das Paradies (Wir danken Allah, dass er uns in dieses Paradies geführt hat!)?

 

Das Töten muss aufhören!
Darüber sind sich wohl alle (auf beiden Seiten) einig. So ist auch ein ewig andauernder Partisanen- oder Abnutzungskrieg keine Option. Es fehlt, so scheint es jedenfalls, die Bereitschaft, unkonventionell zu denken. Wenn der Westen es nur auf eine Pattsituation anlegt, also durch seine Hilfsleistungen auf der einen bei gleichzeitigen Sanktionen gegen die andere Seite einen russischen Sieg unmöglich macht, wird das sinnlose Töten kein Ende nehmen. Eine Problemlösung kann es wohl nur geben, wenn man Selenskyj verdeutlicht, dass die westliche Unterstützung zeitlich begrenzt ist. Begrenzt sein muss, um eine Eskalation zum dritten Weltkrieg (und einer unkalkulierbaren Weltwirtschaftskrise) zu verhindern.

 

Ist Deutschland oder ist Europa verpflichtet, die eigenen Lebensgrundlagen zu ruinieren, um die Ukraine in ihrem Freiheitsdrang zu unterstützen?
Dabei sollte man aber nicht die Folgen dieses Beistands verniedlichen. Die Stimmung in der EU wird sich radikal ändern, wenn der gewohnte Wohlstand sich in Luft auflöst. Eines sollte man dabei auch bedenken: Ein abgewirtschaftetes Deutschland würde weder politisch noch militärisch einen großen Einfluss haben. Da wird man dann froh sein, die eigenen Probleme noch halbwegs in den Griff zu kriegen. Frage: Ist die Selbstvernichtung moralisch gerechtfertigt um einen Disziplinierungskampf zu führen, der nicht zu gewinnen ist.

 

Sanktionen: Nur 3 von 47 asiatischen Staaten machen mit!
Ähnlich ist die Situation in Afrika und Südamerika. Auch dort weigern sich fast alle Staaten, sich an Sanktionen gegen Russland zu beteiligen oder gar Waffen an die Ukraine zu liefern. Allein in Asien leben gut vier Milliarden Menschen. Die große Mehrheit der Staaten bzw. der Weltbevölkerung sieht also keinen Anlass, sich in den Ukrainekrieg einzumischen. In unseren Ehrlichmedien wird aber so getan, als gäbe es zur riskanten Politik des von den USA dominierten Westens überhaupt keine Alternative. Bei uns wird behauptet, Waffenlieferungen bedeuten nach dem Völkerrecht keinen Kriegseintritt. Dabei entscheidet doch das Ausmaß der Waffenlieferungen letztlich über Sieg und Niederlage.

 

Solange der Westen nicht den Unterschied der Sicherheitsinteressen der Großmächte erklärt (z. B. USA/Kuba, Russland/Ukraine), scheinen alle Debatten ziemlich irreführend und einseitig zu sein.

 

Die Demokratie funktioniert nach dem Prinzip "Brot und Spiele" …
Wähler entscheiden sich mehrheitlich für Parteien, die ihnen das Meiste versprechen und denen sie zutrauen, den eigenen Wohlstand am ehesten zu mehren. Selbst nach 40 Jahren des schleichenden Niedergangs setzen sie daher noch immer auf die konzernfreundlichen Parteien des Establishments. Auch weil verklärende Statistiken geschickt von der traurigen Wahrheit ablenken, also Erfolge vorgaukeln, die in Wirklichkeit das genaue Gegenteil sind.
Auch in der Ukraine gilt natürlich das altrömische "Brot-und-Spiele"-Syndrom. Politiker und Parteien, die eine Hinwendung zum Westen und eine verheißungsvolle EU-Mitgliedschaft versprechen, werden umjubelt. Doch während der Wahlpropaganda wird leider nicht auf die Tücken der ausgelobten Ziele hingewiesen. Es wird nicht gesagt, welche Risiken mit dem neuen Anspruchsdenken verbunden sind.

 

Voraussetzung für ein echte Demokratie sind neutrale Staatsmedien …
Und die gibt es leider nirgends in der Welt (höchstens noch in der Schweiz). Und so ist es quasi schon vorgegeben, dass stets die Parteien des Establishments mit ihren konzernfreundlichen Ansinnen (Nullzinspolitik, Abschaltung der fairen Marktwirtschaft, Bevölkerungswachstum usw.) ans Ruder kommen. Denn die Auswahl und Gewichtung der Meldungen vor allem bei den staatlichen Fernsehnachrichten formt nun einmal eine Gesellschaft, ist der wesentliche Faktor der Meinungsbildung. Am Ende werden hauptsächlich Parteien gewählt, die dem über das Fernsehen herangezüchteten Mainstream entsprechen.

 

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen …
Denn wir Deutschen sind die Hüter der Moral, der Demokratie, der Bündnistreue, der Gerechtigkeit. Der christlichen Nächstenliebe usw. Das meinte schon unser Kaiser Wilhelm. Er hielt es für unabdingbar, der österreichisch-ungarischen Monarchie beizustehen.
Und auch heute wissen alle wieder ganz genau, was zu tun ist. Dass wir uns einbringen müssen, die westlichen Ideologien verteidigen müssen. "Deutschland, Deutschland über alles …" - wie wahr, wie wahr!

 

Nachtrag 30. April 2022:
Das Ende der Besonnenheit …
Nun hat die Bundesregierung leider doch dem Druck der Hardliner nachgegeben und eine politische Kehrtwende vollzogen. Sie will schwere Waffen in die Ukraine liefern, ukrainische Soldaten in Deutschland ausbilden und auf russisches Öl verzichten. Laut Völkerrechtlern wäre unser Land damit auch offiziell Kriegspartei. Der ukrainische Botschafter Melnyk spricht davon, dass der Dritte Weltkrieg nunmehr begonnen habe. Dürfen wir unserer Bundesregierung dafür dankbar sein? Können wir stolz darauf sein, dass aus dem vermeintlichen Zauderer Olaf Scholz ein tapferer Krieger wurde? Wir werden es sehen. Bei alledem, was jetzt auf die deutschen Untertanen zukommt, sollte nicht vergessen werden, wer die Saat für den gewagten Sinneswandel gelegt hat: Es waren die Medien (vor allem das Staatsfernsehen), die durch ihre zumeist einseitige Berichterstattung die Bevölkerung aufgewiegelt und Politiker vor sich hergetrieben haben.

Dauerhafte Unterstellungen …
Woher weiß man eigentlich, dass Putin (wie in den Medien immer wieder behauptet), von einer reibungslosen Eroberung und Vereinnahmung der Ukraine ausging? Woher weiß man, dass Putins Ambitionen weit über die Ukraine hinausgehen und "bekanntermaßen" auch Polen, das Baltikum und den Balkan betreffen? Das sind doch alles pure Unterstellungen, hetzerische Deutungen und Verschwörungstheorien, die das Wahlvolk manipulieren sollen. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Putin seinen Gegnern seine geheimsten Gedanken und Pläne anvertraut hat? Und glaubt man wirklich (auch das wird immer wieder behauptet), dass die angeblich unerwartete Geschlossenheit der Nato Putin zur Kapitulation zwingt?

Olaf Scholz: "Man kann doch nicht verlangen, dass sich die Ukrainer ohne Waffen verteidigen!"
Richtig, Herr Scholz, das kann man nicht und das verlangt auch keiner. Aber etwas mehr Realitätssinn hätte man Selenskyj abverlangen können. Wie konnte Selenskyj meinen, einer militärisch zehnmal stärkeren Weltmacht Paroli bieten zu können? Wie konnte er seine Wähler schon im Vorfeld immer wieder dazu aufstacheln, entgegen allen Abmachungen die EU- und Natomitgliedschaft anzustreben? Selenskyjs Strategie war von Vornherein darauf angelegt, die Nato und die EU in den Konflikt einzubinden - auch wenn es dadurch zu einem Dritten Weltkrieg kommen sollte. Wohl wissend, dass am Ende, gewissermaßen als Belohnung, die EU- und Natomitgliedschaft steht.

"Aus der deutschen Geschichte ergeben sich Verpflichtungen, der Ukraine zu helfen!"
Wenn die ukrainische Staatsführung derlei Forderungen erhebt, sieht man mal wieder, was unsere übers Staatsfernsehen verbreitete Erbschuldideologie und das dauernde Gerede von "unserer historischen Veranwortung" letztlich anrichten. Es wäre tragisch, würden durch unser staatlich zelebriertes Schuld- und Sühnevokabular falsche Hoffnungen genährt. Noch tragischer aber wäre, wenn Deutschland aufgrund seiner Geschichte erpressbar geworden ist und erneut in einen Weltkrieg hineinschlittert.

 

Nachtrag 15. Mai 2022:
Haben die USA beim Ukrainekrieg Regie geführt?
Nach knapp drei Monaten festigt sich bei mir der Verdacht, dass US-Geheimdienste der ukrainischen Regierung grünes Licht für ihren Widerstand gegeben haben. Mit dem Versprechen, dass man sie in ihrem Kampf großzügig unterstützen werde. Das US-Militär hat sicher genau gewusst, wie veraltet die russischen Waffen größtenteils waren und dass mit modernster US-Militär- und Satelliten-Aufklärungstechnologie Russland in die Knie gezwungen werden kann.
Geostrategisch könnten die USA daraus einen großen Sieg ableiten:
1. Die Ukraine, Schweden und Finnland könnten in die Nato integriert werden.
2. Die Ukraine könnte mit der EU-Mitgliedschaft und großzügiger Modernisierungs- und Wiederaufbauhilfe belohnt werden (Marshall-Plan).
3. Europa könnte von Russland entfremdet und vom russischen Öl und Gas abgekoppelt werden.
4. Über Nord-Stream II würde auch keiner mehr reden.
5. Deutschland könnte endlich zur Aufrüstung genötigt werden.
6. Russland wäre nach der Zurückdrängung nicht nur gedemütigt, sondern evtl. militärisch und wirtschaftlich über Jahrzehnte geschwächt und isoliert.
7. Putins Sturz oder ein Machtwechsel wäre denkbar. Es könnte eine Demokratie nach westlichem Muster entstehen.
8. Russland wäre keine Supermacht mehr und auch keine militärische Bedrohung für die USA.
9. Westliche Moralvorstellungen und Ideologien würden sich weiter durchsetzen.
10. Die USA könnten die Wirksamkeit ihrer modernsten Waffentechnologie austesten.
11. Nicht nur Russland wäre durch die Kriegswirren über Jahrzehnte geschwächt, sondern ebenfalls die EU-Mitgliedsstaaten. Weil diese von den Sanktionen viel stärker betroffen sind als die USA. Die USA unterstützen zwar großzügig die Ukraine mit 40 Milliarden Dollar, aber allein die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge dürfte den EU-Staaten weit mehr kosten. Fazit: Die Vormachtstellung der USA würde weiter zementiert, die EU und Russland wären für lange Zeit keine ernsthaften Konkurrenten mehr (machtpolitisch und wirtschaftlich) und müssten gar mit einer schweren Rezession rechnen.
Angesichts dieser vielen Möglichkeiten darf man sich wohl durchaus vorstellen, dass die US-Administration die Ukraine animiert hat, Russland zu provozieren und nicht klein beizugeben. Ich denke dabei auch an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Der schlaue Bismarck hat es tatsächlich hingekriegt, dass Frankreich sich gedemütigt fühlte und als eindeutiger Aggressor auftrat (und den Krieg verlor).

 


PS: Im Sommer 2010 war ich mit meiner Frau auf einer Ukraine-Busrundreise. Was uns auffiel: Alle Ukrainer, denen wir begegneten, waren ausgesprochen deutschfreundlich (so wie die Russen in Russland). Das ist nicht selbstverständlich, denn zum Beispiel in Polen haben wir es häufig auch ganz anders erlebt.
Aber man spürte in der Ukraine die manchmal dürftige Arbeitsmoral und das fehlende Pflichtbewusstsein. Von unseren zehn verschickten Postkarten kam zum Beispiel nicht eine einzige in Deutschland an (andere Mitreisende hatten das gleiche Problem). An den Straßenbaustellen war es oft so, dass nur zwei Leute arbeiteten, fünf jedoch gelangweilt herumstanden. Juweliergeschäfte mussten von mehreren, mit Maschinengewehren bewaffneten Sicherheitskräften bewacht werden.
Unser Bus wurde einmal von einer Polizeistreife angehalten. Man wollte unbedingt Bargeld, wegen angeblich zu schnellen Fahrens. Einen schriftlichen Bußgeldbescheid wollte man jedoch nicht ausstellen. Schließlich begnügten sich die Polizisten mit ein paar Flaschen Flensburger Bier. In Polen verlief ein ähnlicher Fall nicht so glimpflich. Eine polnische Polizeistreife fing kurz vor der russischen Grenze gezielt ausländische Fahrzeuge ab. Unser Reisebus mit 35 vorwiegend älteren Gästen wurde stundenlang untersucht und festgehalten. Der Busunternehmer musste dann später 1200,- Euro an "Strafe"
Unser ukrainische Reiseleiter vermied es, in Gebieten mit russischer Bevölkerungsmehrheit Leute anzusprechen. In den ukrainischen Osten wagte er sich überhaupt nicht. Die gegenseitigen Abneigungen der Russen und Ukrainer erklärte er mit der Hungersnot 1929. Stalin hatte damals den zügigen Umbau der UdSSR von der Agrar- zur Industrienation befohlen. Wegen des dadurch entstandenen Nahrungsmittelmangels mussten die ukrainischen Bauern sämtliche Lebensmittelvorräte abliefern, so dass ihnen selbst nichts blieb. Mindestens 3,5 Millionen Ukrainer verhungerten. Leider lasten immer noch viele Ukrainer diese Verbrechen den russischen Eintreibern und nicht Stalin an. Dabei herrschte unter Stalin ebenso wie unter Hitler der uneingeschränkte Befehlsnotstand. Die Ukraine hat es leider in den letzten 30 Jahren versäumt, den gegenseitigen Hass über aufklärende staatliche Medien und über die Schulen abzubauen. Anstatt auf Versöhnung zu setzen hat sie den Nationalismus geschürt.
Übrigens gestand unser Reiseleiter (ein Geschichtsprofessor) auch, dass die Ukrainer 1992 völlig überrascht waren, als Jelzin ihnen unter der Maßgabe der Nato- und EU-Enthaltsamkeit (der Neutralität) die Loslösung von Russland erlaubte. Wegen der 1000jährigen geschichtlichen Verwurzelung mit Russland hatten die Ukrainer nie und nimmer mit einer staatlichen Unabhängigkeit gerechnet.

 

 

 


Warum wollen die Bürger ehemaliger Sowjetrepubliken unbedingt in die Europäische Union?
Doch sicher weil sie meinen, es gehe ihnen dann wirtschaftlich deutlich besser! Die Ukrainer sind enttäuscht, weil ihre Abkoppelung von Russland vor 30 Jahren nicht den erwarteten Wohlstandsschub brachte. Und nun erwarten sie von der EU schiere Wunderdinge. Sie vergleichen sich mit traditionsreichen Industrienationen wie Deutschland und träumen vom Sozialparadies. Sie wissen, dass ihnen als EU-Bürger die Arbeitnehmerfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit zusteht, sie also sofort nach Deutschland umsiedeln dürften. Derlei Aussichten wecken Sehnsüchte. Vor allem, wenn solche Erwartungen propagandistisch unablässig geschürt werden.

Die wahren Ursachen für die dürftigen Lebensverhältnisse in der Ukraine werden verkannt!
Denn Schuld für den niedrigen Lebensstandard war nun einmal in erster Linie die Korruption, die trotz 30jähriger Souveränität nicht eingedämmt werden konnte. Schuld waren aber auch inkompetente Regierungen, mangelnde Rechtssicherheiten für ausländische Investoren und ein weitverbreiteter Schlendrian bei der Arbeit. Lassen sich durch eine EU-Mitgliedschaft diese sich multiplizierenden Mankos einfach per Federstrich auflösen?

Die EU ist eine Umverteilungsorganisation!
Die reichen EU-Staaten müssen löhnen, während die unterentwickelten EU-Staaten großzügige Aufbauhilfen einstreichen. Im Grunde läuft das EU-System auf eine schleichende Anpassung hinaus. Die wirtschaftlich starken EU-Staaten bauen ab, während die wirtschaftlich unterentwickelten neuen Beitrittsländer allmählich aufsteigen. Nach vielen, vielen Jahrzehnten der Subventionen und Transferleistungen wird es bei den Erwerbseinkommen zu einer Angleichung kommen. Allerdings auf einem weit niedrigerem Niveau als heute in den westeuropäischen Staaten üblich. Das alles jedoch nur, wenn die westlichen EU-Bürger den bereits seit vierzig Jahren anhaltenden Niedergang weiterhin akzeptieren. Und nicht wie die Briten plötzlich aufbegehren.

Die Europäische Union ist im großen Maße kontraproduktiv!
Und das hemmt auch den Aufstieg der östlichen EU-Staaten, auch wenn das dort bislang nicht so recht wahrgenommen wird.
• Denn die EU ist nun einmal ein Bürokratiemonster, dass die Bürger und die Wirtschaft extrem belastet.
• Die Brüsseler Regulierungswut untergräbt die Handlungsfähigkeit der Regierungen (raubt ihnen die Souveränität). Dabei erweisen sich die meisten EU-Gesetze als schwere Bürden und Hindernisse, weil sie lediglich Kompromisse egoistisch-nationaler Interessen widerspiegeln.
• Grundsätzlich führt der Zollfreihandel zum bürgerfeindlichen (aber konzernfreundlichen) Lohn- und Steuerdumping. Vor allem bei Lohnunterschieden von bis zu 1000 % innerhalb des sogenannten "Binnenmarktes".
• Fehlende Importsteuern (Zölle) machen es heimischen Produzenten fast unmöglich, sich der etablierten ausländischen Konkurrenz zu erwehren. Die Ukraine zum Beispiel könnte bei echten Schutzzöllen ihre Textilien, Schuhe, Fernsehgeräte, Computer, Möbel, Autos usw. im Laufe der Zeit selbst herstellen (das gelang schon der DDR vor fünfzig Jahren trotz hemmender Plan- und Mangelwirtschaft). Ein Land ohne Schutzzölle ist weitgehend auf die Gnade ausländischer Investoren angewiesen (die ihre Fabriken dort nur errichten, wenn Löhne und Steuern verführerisch niedrig sind).

Selenskyjs Wahlsieg beruhte auf dem Versprechen, die Ukraine in die EU zu führen.
Schon bei seinem Amtsantritt am 20. Mai 2019 proklamiert er: "Wir haben den Weg nach Europa gewählt!". Ihm muss damals schon klar gewesen sein, dass dieses Ziel nur zu erreichen wäre über eine Provokation Russlands und einem anschließenden heroischen Verteidigungskrieg (unter Einbindung der Nato-Staaten). Selenskyj beteuerte bei seiner Antrittsrede, "die Unterscheidung zwischen EU-Fans und Russlandfreunden sei Unfug, die gesamte Ukraine habe sich für Europa entschieden". Spricht so ein echter Demokrat - oder doch eher ein ausgebuffter Demagoge mit Allmachtsphantasien, eine Führernatur? Darf man einem solchen Demagogen trauen, auf seine Forderungen und Wünsche eingehen?

100.000 Lobbyisten nähren falsche Hoffnungen!
Darf man von Leuten, die sich ganz und gar der europäischen "Idee" verschrieben haben, ehrliche Antworten und die gebotene Objektivität erwarten? Die EU gilt als Karriereleiter, die vielen Privilegierten (EU-Abgeordneten, EU-Sekretären, EU-Beamten, EU-Journalisten) ein tolles Einkommen und eine gesellschaftliche Sonderstellung beschert. Kein Wunder also, wenn diese Begünstigten nicht müde werden, öffentlich von ihrer EU zu schwärmen. Würde die EU nicht so einseitig verherrlicht, würden die eklatanten Widersprüche und die Reformunfähigkeit der kontraproduktiven, inhomogenen "Argwohn-Gemeinschaft" offen aufgedeckt, gäbe es auch keine Beitrittswünsche. Und keine Konflikte, die daraus entstehen.

 

Die Briten haben mit ihrem Brexit noch rechtzeitig die Reißleine gezogen. Sich in die Abhängigkeit der EU zu begeben wird sich auch für die Ukraine nicht auszahlen (lediglich denjenigen Ukrainern nutzen, die sich in die reichen EU-Staaten absetzen).

 

 

In der Öffentlichkeit gibt es kaum noch eine Debattenkultur. Es dominiert die Einheitsmeinung, geprägt von den staatlichen und privaten Medien.

"Es gibt keine Alternative …

zur westlichen Ukraine-Politik,

zum ukrainischen militärischen Widerstand

zur Lieferung von schweren Waffen in das ukrainische Kriegsgebiet

zur militärischen Aufrüstung Deutschlands

zur unbegrenzten Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen

zur Glorifizierung Selenskyjs

zu den Vereinigten Staaten von Europa

zur konzern- und aktienfreundlichen Wirtschaftspolitik

zur Nullzinspolitik bei hoher Inflation

zur Abkehr von der Marktwirtschaft

zum weiteren schleichenden Niedergang der Löhne und Renten

zur internationalen Arbeitsteilung

zu langen, länderübergreifenden Lieferketten

zur totalen Ex- und Importabhängigkeit

zum globalen Lohn- und Konzernsteuerdumping

zur weltoffenen Asylpolitik

zur Arbeitnehmer-Freizügigkeit innerhalb der EU

zum Kasino-Kapitalismus

zur deutschen Erbschuld-Ideologie

zum deutschfeindlichen Geschichtsunterricht

zur Wandlung Deutschlands in einen Multikulti-Vielvölkerstaat

Ich kann das alles nicht mehr hören. Und die täglich über die Staatsmedien auf mich niederprasselnde Umerziehungs-, Maßregelungs- und Einschüchterungspropaganda kann ich auch nicht mehr ab. Wozu brauchen wir noch eine parlamentarische Demokratie, wenn in Grundsatzfragen allein das Establishment die Deutungshoheit besitzt?

 

Wozu noch quälende Debatten, wenn es ja doch nur eine richtige Meinung gibt? Nämlich die, die durch die staatlichen Medien vorgegeben wird. Wehe dem, der sich dessen Dogmen nicht beugt!

 

 

 


Wie beurteilen Sie die obige Analyse?
(Sie können auch mehrere Antworten anklicken)

 

Herr Müller, sie sollten sich schämen, so wenig Enthusiasmus für die heldenhafte Wehrhaftigkeit der Ukraine aufzubringen.

 

Eine hohe Kampfmoral steht in keinem Zusammenhang mit dem Nationalstolz der Bevölkerung.

 

Die USA führten im Gegensatz zur UdSSR/Russland stets gerechte Kriege. Da haben unsere Leitmedien vollkommen recht!

 

Das Hauptanliegen der Ukrainer ist nicht die angestrebte EU-Mitgliedschaft.

 

Wer ernsthaft Friedensforschung betreiben will, muss sich auch mit den gegnerischen Argumenten auseinandersetzen (die womöglich von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden).

 

Die aktuelle westliche Moralvorstellung ist das Maß aller Dinge. Um die alternativlosen Ziele des Westens durchzusetzen, darf man auch einmal einen Atomkrieg riskieren.

 

Selenskyj ist ein kühler Kopf! Er ist weder ein Nationalist noch ein Provokateur. Die freie Welt hat ihm viel zu verdanken.

 

Es gibt nur eine Wahrheit. Und die wird vom deutschen zwangsgebührenpflichtigen Staatsfernsehen repräsentiert.

 

 Eine herzliche Bitte: Sollte Ihnen dieser Artikel (http://www.tabuthemen.com/ukraine-krieg.html) gefallen haben, empfehlen Sie ihn doch bitte weiter. Denn nur die allgemeine Aufklärung der Bevölkerung ebnet den Weg für notwendige Veränderungen.
Sollten Sie jedoch meinen, in dieser Abhandlung würde etwas falsch, unsachlich oder verklärend dargestellt, teilen Sie es bitte dem Autor unter der Emailadresse m.mueller@iworld.de mit (damit ggf. eine Korrektur erfolgen kann). Es dankt Ihnen Manfred J. Müller

Achtung: Ich weiß leider nicht, wie lange dieser Artikel noch im Netz bestehen kann. Wenn Sie ihn also für den Privatgebrauch lesen, kopieren oder weiterleiten möchten, dann lieber jetzt als später. Warum? Bereits die Präambel unseres Grundgesetzes sieht das "Vereinigte Europa" als oberstes Ziel (dem sich alles andere unterzuordnen hat). Es ist ungewiss, wie lange das Verfassungsgericht es noch duldet, dass EU-Kritiker ganz andere Ansichten vertreten.

 

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Impressum 
© Manfred Julius Müller (unabhängiger, parteiloser Wirtschaftsanalyst und Zukunftsforscher). 27. Februar 2022

Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).

 

Der Inflations- und Nullzinsbeschiss ist keine Lösung!

Auch wenn viele Leute meinen, der Staat könne die extremen Verteuerungen bei den Lebenshaltungskosten über Zuschüsse und Subventionen ausgleichen, er brauche doch nur hemmungslos neue Schulden machen. Aber so einfach funktioniert der Kapitalismus und vor allem eine Marktwirtschaft nicht (von der wir uns allerdings schon lange entfernt haben)!

"1 % Zinsen für Staats- und Kommunalkredite bei 8 % Inflation - das ist doch ein gutes Geschäft!"
Wer so daherredet, ist einfach nur naiv. Rechnerisch gesehen macht der Staat zwar einen Riesenreibach - bei 3 Billionen Staats-, Landes- und Kommunalschulden erzielt er dank der manipulierten Witzzinsen zwar innerhalb von 12 Monaten einen "Gewinn" von 210 Milliarden Euro (selbst für ultranaive Sozialisten, die jegliches Verständnis für Zahlen verloren haben, eine stattliche Summe), aber dieser Zinsbetrug geht natürlich zu Lasten anderer!
Ja, wenn es nur die kleinen Sparer und Lebensversicherten träfe, die dieses Geld zusetzen. Der Zinsbetrug also eine verkappte Vermögenssteuer für die Mittelschicht wäre, der es doch eh noch viel zu gut geht (und die man man getrost weiter schröpfen kann)! Aber die Niedrigzinsmanipulation entwickelt weit unangenehmere, zerstörerische Kräfte! Sie führt geradewegs ins Chaos, in die Apokalypse. Denn sie verwandelt den prosperierenden Kapitalismus in einen unbändigen Kasinokapitalismus - und die faire Marktwirtschaft (die von sich aus auch sozial ist) in eine ineffiziente Zombiewirtschaft. Wer dieses Szenario als Verschwörungstheorie abtun will, lebt in einer Scheinwelt.
Dass es durchaus seriöse Wege gibt, um aus der selbstverschuldeten Krise wieder herauszukommen, zeigt das Coronabuch:

 

"Die Wandlung Deutschlands nach der Corona-Krise"
Wie Unaufrichtigkeit, geschönte Wirtschaftsdaten und hartnäckige Vorurteile in der Vergangenheit zu verhängnisvollen Fehlentwicklungen führten. Und was jetzt getan werden muss, um aus der selbstverschuldeten ideologischen Sackgasse wieder herauszukommen.
Manfred Julius Müller, 172 Seiten, Format 17x22 cm, 13,50 Euro

Weitere Infos zum Buch. Bestellung zum Beispiel über www.amazon.de, www.bod.de oder auch über den stationären Buchhandel.



 

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Die deutsche Schicksalsfrage:
Dexit ja oder nein?

Die "Europäische Union" hat Jahrzehnte Zeit gehabt, sich zu reformieren. Aber alle Versuche sind gescheitert, die Lage ist heute beängstigender denn je. Sollen wir uns also weiter vertrösten lassen, auf Besserung hoffen? Oder wird es Zeit, eine faire Bilanz zu ziehen und eine ergebnisoffene Debatte zuzulassen? Sollten wir wie die Briten unsere Unabhängigkeit (Freiheit) zurückerlangen?

Raus aus der EU
oder durchhalten bis zum Untergang?
Autor Manfred Julius Müller, 144 Seiten, Format 17x22 cm, Verkaufspreis 10,80 Euro. Neuerscheinung Juli 2022
Beruht die EU auf einer kruden Ideologie, die den ganzen Kontinent ins Verderben reißt?
Weitere Infos zum Buch "Raus aus der EU" …

Weitere Bücher von Manfred J. Müller …




Schon vor 30 Jahren habe ich den Austritt Deutschlands aus der EU empfohlen! Hätte es einen Dexit gegeben, wäre unserem Land viel Ungemach erspart geblieben! Höchstwahrscheinlich hätte es nicht einmal die Ukrainekriege gegeben.