Behauptung, Vorurteil:

"Die Kosten der Wiedervereinigung haben die Lohnsenkungen herbeigeführt …"

 

Richtigstellung:

Es ist natürlich einfach und bequem, den Niedergang Deutschlands mit den Kosten der Deutschen Einheit zu rechtfertigen. Doch auch derlei Ausflüchte dienen der Verschleierung und nicht der Wahrheitsfindung.
Unbestreitbar hat die Wiedervereinigung viel Geld verschlungen - aber sie wirkte auch als gigantisches Konjunkturprogramm. Das Wirtschaftswunder der BRD nach dem 2. Weltkrieg wird auch heute noch gerne erklärt mit der einmaligen Herausforderung nach der Stunde Null. Warum also soll der Aufbau Ost nur Nachteile gebracht und den Wohlstandsabstieg herbeigeführt haben?
Außerdem: Der Niedergang Westdeutschlands setzte bereits 10 Jahre vor der Wiedervereinigung ein, nämlich um das Jahr 1980 (parallel mit dem Abbau der Zollgrenzen).
Und: Auch in den anderen westlichen Ländern (ohne Wiedervereinigung) gibt es diese Negativtrends. Selbst die Supermacht USA musste längst eingestehen, dass es ihrer neuen Generation schlechter geht als der vorigen - obwohl die USA nicht einmal wie Europa mit der Überalterung der Gesellschaft zu kämpfen haben.

 

 

 

"Es ist immer das Gleiche: Man verkündet einfach einen Wohlstandsanstieg - und wenn dieser einem nicht mehr abgekauft wird, werden ablenkende Ursachen für den schleichenden Niedergang erfunden. Bloß um das eigentliche Übel, das innereuropäische und globale Lohndumping, aus der Schusslinie zu nehmen."

Manfred Julius Müller

 


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